Hundegymnastik & Therapie Möglichkeiten

  • Nicht jede Behandlung bringt Erfolg, dies kann man ja von keiner Behandlungsmethode behaupten. Jeder Tierbesitzer der einem kranken Vierbeiner hat, kann mit Hilfe der Krankengymnastik seinem Tier helfen und gegebenenfalls die Beschwerden lindern und diese Möglichkeit sollte man seinem geliebten Tier nicht vorenthalten. Natürlich haben und bieten Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeut mehr Möglichkeiten an um zu therapieren und zu helfen. Dies sind nur einige Beispiele die wir hier zusammen gestellt haben.
    Bei einer Trockentherapie stehen folgende Möglichkeiten zu Verfügung:

    Stepper
    Der Stepper ist eine Art Treppenstufe, bei kleineren Hunden reicht ein dickes Buch. Der Hund steht mit seinen Vorderbeinen etwas erhöht und belastet somit seine Hinterbeine. Das Ziel ist eine Muskelkräftigung und das Üben von Belastungsphasen. Die Therapie mit dem Stepper ist bei Skeletterkrankungen und vor oder nach Operationen sowie nach Nervenerkrankungen einsetzbar.

    Slalom
    Der Slalom wird in einer Praxis durchgeführt oder der Hundebesitzer kann mit seinem Hund auf einem Spaziergang den Slalom üben. Bei einem Lauf um die Slalomstangen belastet der Hund seine inneren Gliedmaßen stärker als die äußeren. Somit wird eine Belastungsphase geübt und eine Gangschule wird ausgeführt. Durch diese Therapie erreicht man außerdem eine aktive Mobilisation sowie eine Gleichgewichts- und Koordinationsschulung. Die Therapie mit dem Slalom ist bei Skeletterkrankungen, nach Operationen und nach Nervenerkrankungen einsetzbar.

    Elektrisches Laufband
    Durch die Therapie auf dem Laufband wird ein Muskel und Konditionsaufbau erreicht. Die Ausführung eines normalen Gangbildes wird geübt und gleichzeitig die Koordination und das Gleichgewicht werden geschult. Bei Tieren mit einer Skeletterkrankungen ist hier eine Unterstützung in der Kräftigungstherapie zu erreichen. Aber Vorsicht bei Herzkranken Tieren, es muss auf jeden Fall eine Überanstrengung vermieden werden.

    Bürstenmassage oder Igelballmassage
    Die Bürsten oder Igelballmassage wird mit einem handelsüblichen Igelball, einer Massagebürste oder einem Gummistriegel durchgeführt. Die Massagedauer beträgt ca. 10-15 min. es kommt natürlich auf die Größe des Hundes an und wird ca. 3-4 in der Woche durchgeführt. Anwendung: Der gesamte Körper des Hundes wird in Fellrichtung gebürstet bzw. mit dem Ball sanft abgerollt. Empfindliche Regionen wie Kopf, Brustdrüse und Geschlechtsteile werden ausgespart.
    Vierbeiner die unter Arthrosen, Hüfterkrankungen oder Wirbelsäulenerkrankungen leiden, empfinden diese Art von Massage als besonders wohltuend.

    Sisalbürstenmassage
    Die Bürstenmassage wird mit handelsüblichen Bürsten wie z. B. einer Babybürste, Sisalbürste oder mit einem Pferdestriegel durchgeführt. Diese Bürstenmassage können Sie auch sehr gut in Eigenregie zu Hause durchführen.
    Durch die Bürstenmassage wird das Herz-Kreislaufsystem angeregt, Schmerzen werden gelindert und die Durchblutung wird gefördert und somit gelähmte Körperteile (wie bei neurologischen Erkrankungen) gereizt und dadurch angeregt. Weiterhin kommt bei degenerativen Skeletterkrankungen (wie bei Arthrose und HD Erkrankungen) und bei Nervenerkrankungen z.B.: Bandscheibenvorfall zum Einsatz.
    Bürsten aus Sisal sind eigentlich am besten, da diese für die Haut- und das Fell schonender sind. Der Vorteil bei Sisalbürsten sie am hygienischer, können gut gereinigt werden.
    Bei Hunden mit längerem Fell (z.B. Neufundländer, Berner Sennenhund) sollten Bürsten mit Gumminoppen verwendet werden. Bei sehr kurzhaarigen Hunden (z.B. Boxer, Dobermann,) ist ein Gummistriegel (Pferdebedarf) ausreichend.

    Kälteanwendungen
    Kälteanwendungen sind sinnvoll bei Entzündungen, Prellungen, Verbrennungen und Insektenstichen.
    Eine im Handel gebräuchliche Kühlkompresse ist ausreichend und sollte in keiner Gefriertruhe fehlen. Diese wird für ca. 10 Minuten auf die betroffene Körperstelle aufgelegt. Keine Kälte im Nieren-Blasenbereich!

    Wärmeanwendungen
    Diese Therapieform kann jeder Hundebesitzer zu Hause mit seinem Hund durchführen. Gerade bei Verschleißerkrankungen (Arthrose) ist sie hilfreich. Rotlicht, heiße Körnerkissen oder eine Wärmflasche werden auf die betroffenen Gelenke aufgelegt (eine ca. 20-30 Minuten Sitzung).
    Die Wärmetherapie bewirkt eine Schmerzlinderung, Steigerung der Durchblutung und eine Lockerung der Muskulatur.

    Bei einer Wassertherapie stehen folgende Möglichkeiten zu Verfügung:

    Stangerbad
    Das Stangerbad ist eine Elektrotherapie unter Wasser. Seitlich an den Wannenrändern angebrachte Elektroden durchströmen das Wasser mit Gleichstrom. Ein Stromgefühl ist nicht vorhanden, eher ein starkes Kribbeln auf der Haut. Bei Erkrankungen der Nerven und Lähmungen ist es eine Erfolgs versprechende Behandlungsmethode, um Nerven und Muskulatur anzuregen und zu reizen. Auch das Gefühl und die Hautsensibilität wird durch diese Behandlung verbessert.

    Unterwassermassage
    Eine Unterwassermassage ist wie das Wort schon sagt, eine Massage unter Wasser, die mit einem Wasserdruckstrahl ausgeführt wird. Über eine integrierte Umwälzpumpe arbeitet der Therapeut mit dem erwärmten Wannenwasser in der Muskulatur des Hundes. Einzusetzen ist sie wie eine normale Trockenmassage. Zusätzlich ist der positive Wasserauftrieb in Verbindung mit Wärme zu nennen. Wasserscheue Hunde werden effektiver durch eine Trockenmassage behandelt.

    Bewegungsbad mit Unterwasserlaufband
    Muskelaufbau und Muskelkräftigung stehen hier im Vordergrund. Sowie die Mobilisation der Gelenke und eine Anbahnung eines normalen Gangbildes wird im Bewegungsbad und im Unterwasserlaufband erreicht. Indiziert ist es bei Skeletterkrankungen jeglicher Art und bei Krankheiten des Nervensystems. Vorsicht bei Tieren mit einer Herzerkrankung. Eine Wassertherapie muss daher sehr vorsichtig durchgeführt werden, da die Herz/Kreislaufbelastung enorm ist.